Burg Trausnitz Landshut – Wahrzeichen der Stadt und Stammsitz der Wittelsbacher

Hoch über den Dächern der Landshuter Altstadt thront die Burg Trausnitz auf einem Bergkamm und ist das unbestrittene Wahrzeichen der niederbayerischen Landeshauptstadt. Die mächtige Burg überragt auf einer Anhöhe die Stadt Landshut. Sie wurde 1204 durch Herzog Ludwig I., den Kelheimer, gegründet und war über ein Vierteljahrtausend lang Residenz und Regierungssitz der niederbayerischen Herzöge. Wer Landshut besucht, kommt an der Burg Trausnitz nicht vorbei – und das zu Recht.

Auf einen Blick

Adresse: Burg Trausnitz 168, 84036 Landshut Öffnungszeiten: 31. März bis 5. Oktober: täglich 9:00 bis 18:00 Uhr 6. Oktober bis 30. März: täglich 10:00 bis 16:00 Uhr Letzter Einlass jeweils 60 Minuten vor Schließung. Geschlossen am 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember.

Eintrittspreise: Burg Trausnitz mit Kunst- und Wunderkammer: 5,50 Euro regulär / 4,50 Euro ermäßigt Kombikarte Burg Trausnitz + Stadtresidenz Landshut: 8,00 Euro regulär / 6,00 Euro ermäßigt Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr haben freien Eintritt.

Telefon: 0871 92411-0 Website: burg-trausnitz.de

Geschichte und Hintergrund

Über einer Vorgängerbefestigung des 9./10. Jahrhunderts errichtete Herzog Ludwig I. – genannt der Kelheimer – 1204 Burg Landshut, der Kaiser Friedrich II. 1235 einen Besuch abstattete. Im späten Mittelalter von 1255 bis 1503 war Landshut Mittelpunkt des Teilherzogtums Niederbayern und die Burg wurde Residenz und Regierungssitz der niederbayerischen Linie der Wittelsbacher. Insbesondere unter den sogenannten „Reichen Herzögen“ – Heinrich, Ludwig und Georg – erlebte die Anlage im 15. Jahrhundert ihre Blütezeit. Von 1516 bis 1545 ließ Herzog Ludwig X. die Burg innen prachtvoll ausstatten und 1536 die Stadtresidenz errichten. Damit verlagerte sich der Schwerpunkt der herzoglichen Repräsentation in die Stadt – die Burg verlor schrittweise an Bedeutung. Im 18. und 19. Jahrhundert diente sie als Gefängnis, Kaserne, Wollzeug- und Seidenmanufaktur sowie als Lazarett. 1961 brannte der Fürstensaal nieder. Seit der Restaurierung ist die Burg heute eines der besterhaltenen mittelalterlichen Burgensembles Bayerns und wird von der Bayerischen Schlösserverwaltung betreut.

Was gibt es zu sehen?

Die Burg Trausnitz bietet eine bemerkenswerte Bandbreite an Sehenswürdigkeiten innerhalb einer einzigen Anlage.

Der Rundgang durch die Burg führt durch mittelalterliche Säle und die Burgkapelle mit ihrem bedeutenden frühgotischen Skulpturenschmuck und den Flügelaltären der Reichen Herzöge. Gewölbte Kabinette, vertäfelte Stuben und die berühmte Narrentreppe mit den monumentalen gemalten Szenen aus der italienischen Commedia dell’Arte repräsentieren die Epoche der Renaissance. Ein Raum veranschaulicht die einstige Pracht des Absteigequartiers König Ludwigs II. von Bayern.

Besonders sehenswert ist außerdem die Kunst- und Wunderkammer, ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, das mit rund 750 Exponaten Kunstvolles, Exotisches und Merkwürdiges nach Art fürstlicher Kunstsammlungen der Renaissance vereint.Die Kunst- und Wunderkammer kann ohne Führung auf eigene Faust erkundet werden.

Den krönenden Abschluss jeden Besuchs bildet der Blick vom Söller – der Aussichtsplattform der Burg – über die Dächer der Altstadt, die Türme von St. Martin und das grüne Isartal.

Praktische Tipps

Führungen: Montags bis samstags ist die Besichtigung der Burgräume nur mit Führung möglich, die stündlich stattfindet. An Sonn- und Feiertagen ist ein Rundgang ohne Führung möglich. Die Führung dauert rund 45 Minuten. Für Gruppen, Geisterführungen und Sagenführungen ist eine Anmeldung unter Tel. 0871 92411-15 erforderlich.

Anfahrt und Parken: Ein kostenloser Parkplatz mit rund 100 Stellplätzen und 4 Busstellplätzen befindet sich im Hofgarten. Die Adresse für das Navi lautet: Edmund-Jörg-Straße 21 – von dort sind es rund 800 Meter Fußweg zur Burg.

Zeitplanung: Für einen Besuch inklusive Führung und Kunst- und Wunderkammer sollte man mindestens 1,5 bis 2 Stunden einplanen.

Beste Besuchszeit: Im Sommer bietet sich morgens ein Besuch an, bevor die Tagesausflügler eintreffen. Im Herbst ist die Aussicht vom Söller bei klarem Wetter besonders schön.

Kombinationstipps

Wer die Burg Trausnitz besucht, sollte den Spaziergang durch den direkt angrenzenden Hof- und Herzogsgarten nicht verpassen – die älteste Parkanlage Bayerns liegt am Weg zurück in die Altstadt. Ebenfalls auf dem Weg liegt das KOENIGmuseum, das Werke des international bekannten Landshuter Bildhauers Fritz Koenig zeigt.

In der Altstadt empfiehlt sich anschließend ein Besuch der Stadtresidenz – für beide gibt es sogar eine vergünstigte Kombikarte. Wer danach hungrig ist: Die Burgschänke direkt auf der Burg bietet Brotzeiten und Getränke mit Aussicht.

Fazit

Die Burg Trausnitz ist ein Pflichtbesuch für alle, die Landshut besuchen – egal ob Geschichtsinteressierte, Familien mit Kindern oder einfach alle, die einen der schönsten Aussichtspunkte Niederbayerns erleben möchten. Mit freiem Eintritt für Kinder und Jugendliche und dem breiten Führungsangebot eignet sie sich hervorragend für Ausflüge mit der ganzen Familie.