Deggendorf entdecken – das Tor zum Bayerischen Wald

Deggendorf liegt dort, wo die Isar in die Donau mündet und der Bayerische Wald beginnt. Hier treffen Vorwald und Donauebene aufeinander – 800 Meter Höhenunterschied innerhalb der Stadtgrenzen. Diese außergewöhnliche geografische Lage macht Deggendorf zu einem vielseitigen Ausflugsziel: Die historische Altstadt mit ihren mittelalterlichen Bauwerken liegt genauso vor der Tür wie ausgedehnte Wanderwege im Bayerischen Wald und Spaziergänge an der Donau. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Deggendorf im Jahr 1002 – und hat seitdem eine bewegte Geschichte hinter sich.

Altes Rathaus mit Stadtturm – das Herzstück der Altstadt

Wer Deggendorf besucht, beginnt am besten am Oberen Stadtplatz – dem Mittelpunkt der historischen Altstadt. Hier dominiert das Alte Rathaus das Stadtbild. Das Alte Rathaus besteht aus drei Teilen: Der Südtrakt mit dem Treppengiebel wurde 1535 als Rathaus errichtet, der markante 54 Meter hohe Turm in der Mitte schon um 1450. Der schmalere Nordtrakt ist die ehemalige Martinskirche und wurde erst 1888 zum Amtsgebäude umgebaut. Im Turm befindet sich heute die Tourist Information, von der Spitze aus bietet sich ein herrlicher Blick über die Dächer der Altstadt und bis zur Donau.

Die Knödelwerferin – Stadtmythos und kulinarisches Wahrzeichen

Direkt in der Fußgängerzone steht das wohl bekannteste Kunstwerk Deggendorfs: der Brunnen mit der Figur der Knödelwerferin. Die liebenswürdige Brunnenfigur wurde von Erika Einhellinger geschaffen und 1985 aufgestellt. Sie ist die künstlerische Verkörperung der Deggendorfer Knödelsage, nach der ein beherzter Knödelwurf die Deggendorfer bei einer Belagerung gerettet habe. Der Sage nach soll die Frau des Bürgermeisters im Jahr 1266 die gesamte Stadt vor dem Überfall durch böhmische Soldaten gerettet haben: Sie warf einem feindlichen Spion einen Knödel über die Stadtmauer entgegen. Die Feinde sahen darin eine klare Botschaft – ein Ort, der nach Wochen der Belagerung noch über so viel Essen verfügt, dass es als Waffe eingesetzt werden kann, ist nicht zu besiegen. Dass die Sage selbst erst um 1900 entstanden ist und auf den Schandkugeln am Rathaus basiert, die Handwerksburschen auf Wanderschaft als Wahrzeichen der Stadt kannten, tut ihrer Beliebtheit keinen Abbruch. Deggendorf trägt heute stolz den Beinamen „Knödelstadt“ und gehört zu den 100 besonders ausgezeichneten Genussorten Bayerns.

Heilig-Grabkirche St. Peter und Paul – gotische Gewölbebasilika am Luitpoldplatz

Nur wenige Gehminuten vom Stadtplatz entfernt, am Luitpoldplatz, steht eine der bedeutendsten Kirchen der Stadt. Die gotische Heilig-Grabkirche St. Peter und Paul befindet sich mitten in der historischen Altstadt und zählt zu den wenigen gotischen Gewölbebasiliken Altbayerns. Der Barockturm der Grabkirche gilt als einer der schönsten im ganzen Land. Die Kirche hat eine bewegte Geschichte: Sie wurde im 14. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Pogrom an der jüdischen Bevölkerung Deggendorfs erbaut – ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte, das heute offen thematisiert wird.

Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt – barocker Baldachin-Hochaltar

Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt steht südlich außerhalb der Altstadt. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde im frühen Mittelalter gegründet, lange vor der Stadt. Nach romanischen und gotischen Vorgängerbauten entstand das heutige Gotteshaus in mehreren Phasen von 1656/57 bis ins 19. Jahrhundert. Besonders beachtenswert ist der kostbare Baldachin-Hochaltar aus Eichstätt, der zu den herausragenden Kunstschätzen der Region zählt. Rund um die Kirche führt ein Kreuzweg hinauf zum Geiersberg – mit Wasserkapelle, Heilig-Grab-Kapelle und schließlich der Wallfahrtskirche am Gipfel.

Kulturviertel mit Stadtmuseum, Handwerksmuseum und Kapuzinerstadl

Im Herzen der Altstadt liegt das sogenannte Kulturviertel rund um den Maria-Ward-Platz. Das Stadtmuseum im denkmalgeschützten Knabenhaus zeigt die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Stadt Deggendorf. Im benachbarten Handwerksmuseum lässt sich die Geschichte des Handwerks in der Region anschaulich nachvollziehen. Den kulturellen Mittelpunkt des Viertels bildet der Kapuzinerstadl: Die ehemalige Klosterkirche ist heute Kleinkunstbühne, Konzertsaal und Ort für internationale Kunstausstellungen. Jazz, Blues, Klassik und Folk wechseln sich hier in einem ungewöhnlichen, historischen Ambiente ab.

Geiersberg – Wallfahrt und Panorama über die Donau

Wer etwas Zeit mitbringt, sollte den Aufstieg auf den Geiersberg nicht scheuen. Der Weg führt an der Wasserkapelle und der Heilig-Grab-Kapelle vorbei, hinauf zur Wallfahrtskirche zur schmerzenden Mutter Gottes am Geiersberg. Oben angekommen, belohnt ein weiter Blick über die Donauebene und den Bayerischen Wald. Ein Waldlehrpfad und ein Gefallenenhain ergänzen das Angebot am Geiersberg – ein Ort, der religiöse Geschichte, Natur und Ausblick auf besondere Weise verbindet.

Donaupark und Donaupromenade – Erholung am großen Fluss

Wer lieber eben geht, ist am Donauufer bestens aufgehoben. Im Donaupark kann man die Schönheit des majestätischen Flusses genießen, Enten beobachten und die Seele baumeln lassen. Der Park bietet auch für Familien einen besonderen Reiz: Über 2.000 Quadratmeter Abenteuerspielflächen begeistern Kinder. Entlang der Donaupromenade lässt sich außerdem die moderne Fußgänger- und Radfahrerbrücke bestaunen, die mit ihrer geschwungenen Architektur einen interessanten Kontrast zur historischen Altstadt bildet. Im Sommer lädt das Strandhaus direkt am Ufer zu einem kühlen Getränk mit Flussblick ein.

Kloster Metten und Kloster Niederalteich – Ausflüge in die Umgebung

Wer Deggendorf als Ausgangspunkt für Ausflüge in die nähere Umgebung nutzt, hat gleich zwei lohnende Klöster in der Nähe. Das Kloster Metten westlich der Stadt beherbergt eine der schönsten Klosterbibliotheken Bayerns mit rund 200.000 Bänden. Kloster Niederalteich, eines der ältesten Benediktinerklöster des Landes, ist heute noch aktiv besiedelt und bietet Gottesdienste im byzantinischen Ritus an – ein spirituelles Erlebnis, das man in dieser Form in Bayern nur selten findet.

Fazit: Deggendorf überrascht

Deggendorf ist mehr als ein Durchgangsort auf dem Weg in den Bayerischen Wald. Die kompakte Altstadt mit dem markanten Rathausturm, die gotische Grabkirche, das lebendige Kulturviertel und die Donaupromenade machen die Stadt zu einem lohnenden Ziel für einen Tagesausflug – und die Sage der Knödelwerferin sorgt für ein Schmunzeln obendrein.