Landshut entdecken – die schönsten Sehenswürdigkeiten der niederbayerischen Landeshauptstadt

Landshut wird von Besuchern aus aller Welt oft unterschätzt – zu Unrecht. Die niederbayerische Landeshauptstadt an der Isar zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Deutschlands und hat auf vergleichsweise engem Raum eine beeindruckende Dichte an historischen Bauwerken, Museen und Naturräumen zu bieten. Wer einmal durch die gotische Altstadt geschlendert ist, die Aussicht von der Burg Trausnitz genossen und am Röcklturm in der Abendsonne gesessen hat, kommt gerne wieder.

Burg Trausnitz – das Wahrzeichen der Stadt

Der erste Blick, der Besuchern in Landshut den Atem verschlägt, ist meistens jener auf die Burg Trausnitz. Die mächtige Burg überragt auf einer Anhöhe die Stadt. Sie wurde 1204 durch Herzog Ludwig I., den Kelheimer, gegründet, und über ein Vierteljahrtausend lang diente sie den Wittelsbachern als Stammburg und war der prächtige Regierungssitz der niederbayerischen Herzöge. Der Rundgang durch die Burg führt durch mittelalterliche Säle und die Burgkapelle mit ihrem bedeutenden frühgotischen Skulpturenschmuck und den Flügelaltären der Reichen Herzöge. Gewölbte Kabinette, vertäfelte Stuben und die berühmte Narrentreppe mit den monumentalen gemalten Szenen aus der italienischen Commedia dell’Arte repräsentieren die Epoche der Renaissance. Der „Damenstock“ beherbergt die „Kunst- und Wunderkammer“, ein Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, in dem beeindruckende Objekte gezeigt werden, die an die große Sammeltradition der Wittelsbacher Herzöge erinnern. Den krönenden Abschluss jeder Burgführung bildet der Blick vom Söller über die Dächer der Stadt und das grüne Isartal.

Stiftsbasilika St. Martin – der höchste Backsteinturm der Welt

Kaum weniger beeindruckend ist die Stiftsbasilika St. Martin in der Altstadt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Stiftsbasilika St. Martin – mit beeindruckenden 130,1 Metern ragt ihr Kirchturm in den Himmel und trägt den Titel „Höchster Backsteinturm der Welt“. Der mächtige Turm beherrscht das Stadtbild von fast jedem Winkel aus und ist bei gutem Wetter sogar aus großer Entfernung sichtbar. Die spätgotische Hallenkirche selbst besticht durch ihre Schlichtheit im Inneren und die handwerkliche Perfektion des Backsteinmauerwerks.

Altstadt und Neustadt – mittelalterliches Stadtbild in Bestform

Das gut erhaltene historische Stadtbild mit seinen beiden Prachtstraßen „Altstadt“ und „Neustadt“ und den engen Verbindungsgassen lässt das mittelalterliche Leben erahnen. Heute befinden sich hier gemütliche Cafés, Restaurants, Geschäfte aller Art und Wochenmärkte. Wer genau hinschaut, entdeckt zwischen den Geschäften auch historische Baujuwelen wie das gotische Pappenbergerhaus oder das Landschaftshaus mit seiner prachtvoll bemalten Fassade aus dem 16. Jahrhundert. Von den insgesamt acht historischen Stadttoren überstand nur das Ländtor die Zeit der Industrialisierung – bis ins Jahr 1809 war die Stadt noch vollständig von Befestigungsanlagen umgeben. Das Ländtor steht heute am südlichen Ende der Fußgängerzone und ist ein eindrucksvoller Eingang in die historische Innenstadt.

Stadtresidenz – Renaissancepalast mitten in Bayern

Nur wenige Schritte von St. Martin entfernt liegt die Stadtresidenz. Die Stadtresidenz genießt als spektakulärer, quasi nach Norden versetzter italienischer Renaissancepalast hohen kunst- und architekturgeschichtlichen Rang. Herzog Ludwig X. von Bayern ließ 1536 den Grundstein zum völligen Neubau einer Residenz in der Stadt legen. Eine Führung durch die prächtigen Säle lohnt sich: Stuckarbeiten, Freskenmalereien und der imposante Italienische Saal zeugen von der Kunstbegeisterung der bayerischen Herzöge in der Renaissancezeit. Sehenswert ist außerdem der Innenhof, der für Veranstaltungen und Märkte genutzt wird.

Rathaus und Prunksaal – Erinnerung an die Landshuter Hochzeit

Das gotische Rathaus am Hauptplatz beherbergt einen der prächtigsten Festsäle Bayerns. Im Rathausprunksaal fanden ganze acht Tage lang die Feierlichkeiten der Landshuter Hochzeit statt. Die Hochzeit zwischen Georg dem Reichen und Hedwig Jagiellonica gilt als eines der großen politischen Ereignisse des ausgehenden Mittelalters – unter den Gästen befanden sich Kaiser Friedrich III. und sein Sohn Maximilian I. Ein monumentales Umlaufgemälde im Prunksaal hält dieses Ereignis bis heute fest. Seit 1903 wird der immense Brautzug alle vier Jahre nachgespielt – das nächste Mal im Jahr 2027.

KOENIGmuseum – Weltrang aus Landshut

Unterhalb der Burg Trausnitz liegt ein Museum, das weit über die Grenzen Niederbayerns bekannt ist. Am Rande der gotischen Altstadt gelegen, beherbergt das KOENIGmuseum das Werk und die Sammlungen des Bildhauers Fritz Koenig (1924–2017). Koenig schuf unter anderem die große Kugelkaryatide, die jahrelang vor dem World Trade Center in New York stand und die Anschläge vom 11. September 2001 schwer beschädigt überlebte. Die strengen, in Sichtbeton ausgeführten Galerieräume bilden einen reizvollen Gegensatz zur mittelalterlichen Stadtmauer, an die sie direkt angrenzen.

Hofgarten und Herzoggarten – grüne Oase am Fuß der Burg

Wer nach dem Burgrundgang eine Pause braucht, findet sie im Hofgarten direkt unterhalb der Burg Trausnitz. Im angrenzenden Hofgarten lässt sich eine Auszeit vom städtischen Trubel einlegen. Für Kinder macht der dazugehörige Wildpark den Ausflug besonders interessant. Vom Hofgarten aus geht es dann in den Herzoggarten über, der als Landschaftsgarten angelegt wurde. Wer weiter spaziert, kommt am KOENIGmuseum und dem LANDSHUTmuseum vorbei und findet sich schließlich wieder in der Altstadt.

Mühleninsel und Isarpromenade – Landshut am Wasser

Die Mühleninsel liegt mitten im Stadtgebiet zwischen dem Hauptarm der Isar und der Kleinen Isar. Das südliche Ende der Mühleninsel ist ein tolles Naherholungsgebiet. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Landshuter Altstadt. Zu den Highlights gehören das Restaurant Rauchensteiner und eine kleine Kiesbank an der Kleinen Isar, von der aus man im Sommer ins Wasser kann. Wer der Isarpromenade entlang schlendert, trifft auf den Röcklturm. Der Röcklturm ist ein Relikt der spätmittelalterlichen Stadtmauer. Heute befindet sich hier das Literaturcafé. Im Sommer kann man an der Isarpromenade in Liegestühlen direkt vor dem Turm am Wasser sitzen und einen kühlen Drink genießen.

Heilig-Geist-Kirche – Kunst statt Gottesdienst

Die Heilig-Geist-Kirche aus dem 15. Jahrhundert wird heute als Kunstgalerie genutzt. Der Backsteinbau selbst ist sehr schlicht. Spannend sind die wechselnden Ausstellungen. Im Inneren der alten Kirche gibt es außerdem Malereifragmente zu sehen. Mit dem Baumeister Hans von Burghausen und dem Bildhauer Fritz Koenig finden in der Heiliggeistkirche zwei ebenbürtige Künstlerpersönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart zu einem Dialog zusammen. Der Eintritt ist kostenlos.

Flutmulde – der grüne Freizeitstreifen der Landshuter

Abseits der historischen Sehenswürdigkeiten gibt es noch ein Ziel, das besonders bei Einheimischen beliebt ist: die Flutmulde. Der rund sieben Kilometer lange Parkstreifen, der Landshut bei Hochwasser schützen soll, ist bei Wanderern, Radfahrern und Inlineskatern gleichermaßen beliebt. Er bietet unter anderem eine Kneippanlage und einen Basketballplatz. Am nördlichen Ende lädt ein Biergarten zur Pause ein – ein schöner Abschluss für einen langen Landshut-Tag.

Fazit: Landshut lohnt sich

Landshut ist eine Stadt, die man in einem Tag erkunden kann – und von der man trotzdem das Gefühl hat, nicht alles gesehen zu haben. Das mittelalterliche Stadtbild, die Museen, die Isar als grüne Achse mitten durch die Stadt und das lebendige Café- und Restaurantangebot machen Landshut zu einem lohnenden Ausflugsziel für jeden Besuch im Isartal.